YouTube Videos richtig auf Deiner Website einbinden

Videokamera, Youtube Videos rechtssicher verwenden

You-Tube

YouTube Videos – so wirst Du nicht abgemahnt

von Rechtsanwalt Dr. Ronald Kandelhard

Videos sind ein hervorragendes Mittel, um Deine Website interaktiver und spannender zu präsentieren. Aus technischen Gründen, aber auch, weil es einfach ist, bietet es sich an, YouTube Videos als Frame auf Deiner Website einzubinden. Leider ist das ohne besondere Vorkehrungen nicht rechtssicher möglich. Erfahre hier schnell, wie Du Videos von YouTube auf Deiner Website veröffentlichst und erhalte am Ende zusätzlich Muster für Deine Datenschutzerklärung.

Hier geht es zunächst einmal nur um eigene Videos, die Du erstellt hast. Aber auch die Verwendung fremder Videos ist grundsätzlich zulässig, da der EuGH das sogenannte Framing erlaubt hat (nähere Informationen zu der Verwendung von Videos von Dritten findest Du etwa hier und in unserem Basis Kurs).

1. Unzulässige Übermittlung der IP-Adresse an YouTube

Bettest Du ein Video von YouTube ungeschützt auf Deiner Website ein, führt das dazu, dass das Video Portal von dem Besuch dieses Nutzers auf Deiner Website erfährt, wenn dieser bei Aufruf Deiner Website YouTube (oder wohl auch einen Google Account) geöffnet hat. YouTube setzt bereits bei Aufruf der Seite einen Cookie, der die IP-Adressse Deines Nutzers speichert. Die IP-Adresse gehört jedoch zu den geschützten personenbezogenen Daten. Daher ist es nach dem BDSG verboten, dass Du Ihre Übermittlung an Dritte ermöglichst, sofern der Nutzer nicht vorher zugestimmt hat.

Das ähnliche Problem mit dem Facebook Like Button, der ebenfalls bereits bei Aufruf der Website Facebook unterrichtet, ist vom OLG Düsseldorf (Beschl. vom 19.01.2017, Az.: I-20 U 40/16) inzwischen dem EuGH vorgelegt worden. Es steht zu erwarten, dass der Europa eine derartige Übermittlung der IP-Adresse untersagt. YouTube darf daher nur mit erweiterten Vorkehrungen auf Deiner Website eingebunden werden.

2. Lösung

Bettest Du Videos auf Deiner Website ein, musst Du daher dafür sorgen, dass YouTube keinen Cookie setzt, der das Surfverhalten Deines Nutzers erfasst. Dafür gibt es im wesentlichen zwei Lösungen.

a) Einbettung mit erweiterter Datenschutzeinstellung

Die erste Lösung lässt sich relativ einfach mit YouTube selbst verwirklichen. Denn YouTube bietet eine Einbettung auch ohne Cookies an. Die Einstellung für den sogenannten „erweiterten Datenschutzmodus“ist zwar nicht sofort zu finden, aber letztlich einfach zu verwenden. Man findet den Modus, wenn man die YouTube-Seite aufruft, auf der sich das Video befindet. Dann muss man nacheinander „Teilen“, „Einbetten“ und „Mehr anzeigen“ aufrufen, so dass schließlich die Option „Erweiterten Datenschutzmodus aktivieren“ erscheint. Dieser ist zu aktivieren. Der Link im Einbettungscode lautet dann „www.youtube-nocookie.com“.

b) Zwei Klick Lösung

Ähnlich wie bei der Einbettung anderer Social Media Inhalte kann man auch eine Zwei Klick Lösung einsetzen, bei der der Cookie erst nach dem zweiten Klick und nicht sofort bei Aufruf der Seite gesetzt wird. Ein mögliches Wordpress-Plugin zur Anonymisierung von eingebundenen Videos findest Du hier. Auch mit diesem weit umfangreicheren Tool (das ich noch nicht testen konnte) sollte es gehen.

3. Andere Video Anbieter

Verwendest Du andere Video-Anbieter wie etwa Vimeo, musst Du ebenfalls prüfen und gegebenenfalls ausschließen, dass die IP-Adresse Deines Nutzers an den dritten Video Anbieter gesendet wird. Entsprechende WordPress-Plugins sind mir derzeit nicht bekannt. Wenn Du ein solches Plugin oder eine entsprechende Lösung für andere Video-Plattformen kennst, würde ich mich sehr über einen Kommentar auf dieser Seite freuen.

4. Datenschutzerklärung

Hast Du auf diese Weise Deine YouTube Videos eingebettet, musst Du diese Vorkehrungen auch noch richtig in Deiner Datenschutzerklärung beschreiben. Leider werden diese Anforderungen von manchen Datenschutz-Generatoren nicht beachtet und dann rechtlich wahrscheinlich nicht zulässige Formulierungen ausgegeben, in denen es sinngemäß heißt, das der Nutzer sich besser vor Besuch der Website bei YouTube ausloggen solle.

Ronald Kandelhard

5 Kommentare

  1. Hi Ronald,
    Danke für den Tipp!

    D.h. aber, dass ich youtube Videos dann im iframe einbinde, oder?
    Bei WordPress geht das ja auch ohne iframe nur mit dem youtu.be Link. Das funktioniert aber dann nicht mehr leider…

    Oder doch? Wäre für einen Tipp echt dankbar 🙂

    VG
    Heike

  2. Pingback: YouTube-Videos DSGVO konform einbinden - easyRechtssicher

  3. Vielen Dank für den Artikel und die Tipps.
    Ich stelle mir grade die Frage, ob sich die Einbettung mit erweitertem Datenschutz oder eines der Plugins negativ auf das Google-Ranking auswirkt. Gibt es da bereits Erfahrungen?

    viele Grüße, Iris

    • ronald kandelhard

      Gute Frage, sollte eigentlich nicht, aber die Wege von Google sind unergründlich 😉

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