Zwei Klick oder Shariff

1. Gängige Social Media Buttons unzulässig

Gängige Social Media Buttons führen, wenigstens wenn der Nutzer bei Aufrufen der Seite etwa Facebook geöffnet hat, dazu, dass der Besuch der Seite auch von dem Social Media Anbieter registriert wird. Soweit das Social Media Plugin eine Übertragung der Kundendaten (insbesondere der IP)  ermöglicht, ist dies nach Ansicht der deutschen Datenschutzbehörden unzulässig. Auch wenn es eine abschließende Klärung noch nicht gibt, die Gefahr einer Abmahnung ist definitiv gegeben.

Nachdem Untergerichte derart sendende Social Media Buttons für unzulässig erklärt haben, hat das OLG Düsseldorf (Beschl. vom 19.01.2017, Az.: I-20 U 40/16) die Frage nach dem Facebook Like Button dem EuGH vorgelegt, das nunmehr für Europa dessen datenschutzrechtliche Zulässigkeit abschließend klären muss (und wird).

2. Lösung: Zwei Klick Methode oder Shariff Plugin

Unabhängig davon sollte entweder eine 2 Klick Lösung gewählt werden, bei der zunächst nur ein Bild des Share-Buttons eingeblendet und erst auf den zweiten Klick die Verbindung zu dem jeweiligen Social Media Netzwerk aufgebaut wird. Dafür gibt es für WordPress Plugins, etwa eins für:

  • Facebook Like/Recommend Button
  • Twitter Button
  • Google+ Button
  • Flattr Button
  • Xing Button
  • Pinterest Button
  • t3n Button
  • LinkedIn Button

oder eins nur für

  • Facebook-Like,
  • Twitter Button und
  • Google+ Button.

Die 2 Klick-Lösung ist jedoch immer noch rechtlichen Bedenken ausgesetzt. In dem Betätigen des Buttons liegt im Zweifel noch keine Zustimmung zur Übermittlung der Daten an einen Dritten. Daher ist die 2 Klick Methode sicher besser als gar kein Plugin.

Noch besser ist aber das Shariff Plugin (auch auf GitHub zu finden), welches man auch etwa hier herunter laden kann. Damit lassen sich sehr viele Social Media Präsenzen so einbinden, dass nicht direkt die IP-Adresse des Nutzers gespeichert und an die jeweilige Social Media Plattform gesendet wird. Erfasst sind:

  • AddThis
  • diaspora
  • facebook
  • Flattr
  • Google+
  • LinkedIn
  • Mail
  • Pinterest
  • Print
  • Qzone
  • reddit
  • StumbleUpon
  • Tencent Weibo
  • Threema
  • Tumblr
  • Twitter
  • Weibo
  • WhatsApp
  • XING

und damit wohl viel mehr Dienste, als die meisten brauchen. Mittels Shariff wird die Verbindung zu der Social Media Plattform über einen Link aufgebaut. Betätigt man diesen, wird der Social Media Dienst in einem neuen Fenster aufgerufen, in dem der Nutzer dann (gegebenenfalls nach Anmeldung) teilen oder liken kann. Für die Conversion wahrscheinlich nicht optimal, rechtlich aber definitiv die sicherste Variante.

3. Ausnahme Instagram?

Instagram hat aufgrund einer bewußten Entscheidung keinen Button, der das Teilen auf Instagram erlaubt. Von daher gibt es keinen Instagram Share Button, sondern nur einen Instagram Follow Button. Inwieweit dieser einen Cookie setzt, der die IP Adresse des Nutzers auch ohne Betätigung speichert und an Instagram sendet, ist mir derzeit nicht bekannt. Wenn ja, müsste er auch in einer Form eingebunden werden, die die Daten des Nutzers frühestens dann erfasst, wenn er den Instagram Follow Button anklickt.

Muster Formulierung für die Datenschutzerklärung Shariff und zwei Klick
Nicht empfohlenes Beispiel einer Datenschutzerklärung ohne Anonymisierung